Gewässerrenaturierung
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Die Große Schmalenau war im Unterlauf auf einer Strecke von über 600 Metern begradigt und tief eingeschnitten. Nun fließt sie wieder windungsreich und flach durch ihre Aue, kann ihr Bett gestalten und sich im Tal verlagern. Die Maßnahme wurde im Januar 2013 fertiggestellt. Das Foto entstand am 8.6.2013.

 

Ziele

Seit Jahrhunderten werden die Bachtäler im Arnsberger Wald genutzt, als Wiesen oder Weiden und seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts zunehmend zur Produktion von Fichtenholz. Wasser war Segen und Fluch zugleich. Es brachte Nährstoffe und bewahrte vor Austrocknung, es setzte die flachen Auen aber auch unter Wasser, "versumpfte" sie. Es wurden Entwässerungsgräben ausgehoben, Bäche begradigt und verlegt, Anlagen zur Wiesenbewässerung gebaut - je näher an den Siedlungen, desto aufwendiger die Maßnahmen. Was die Vorfahren mit ihren bescheidenen Mitteln schufen, um der kargen Landschaft Nahrungsmittel und Viehfutter abzuringen, ist beeindruckend und verdient Respekt.

Heute sind landeseigene Wald- und Wiesenflächen im Arnsberger Wald Naturschutzgebiet und Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes "NATURA 2000". Die naturnahen Fließgewässer und die sie begleitenden Erlenauwälder stehen unter Schutz. Wo noch Fichtenforste die Bachauen prägen, sollen diese in die standorttypischen Laubwälder umgewandelt werden. Die prioritär geschützen Lebensraumtypen nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und die gesetzlich geschützten Biotope sollen der natürlichen Entwicklung ohne forstliche Nutzung überlassen sein. Das betrifft u.a. die Erlen-Eschenwälder, die Weichholzauwälder sowie Quellen, Quellsiepen und Fließgewässer.

Die Renaturierung begradigter Bäche und entwässerter Auen soll Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich die typischen Lebensräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt wieder ausbreiten können. Gleichzeitig steigt damit der Erholungswert dieser Landschaft, die ein beliebtes Wandergebiet ist.

 

was Renaturierung von Fließgewässern bedeutet

Renaturierung von Fließgewässern heißt, ein Gewässer wieder in die Lage zu versetzen, sich entsprechend seiner Natur zu entwickeln. Die Planung der dafür erforderlichen Maßnahmen setzt Kenntnis der Natur der Gewässer und Analyse ihres heutigen Zustands voraus.

 

Text, Fotos und Grafiken: Joachim Drüke und Birgit Beckers

 

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