Maßnahmen
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Auf insgesamt rund 30 km Bachlauf wurden im Projektgebiet wieder naturnahe Zustände geschaffen bzw. initiiert werden. Alle Maßnahmen wurden auf öffentlichen Flächen durchgeführt, sie befinden sich im Besitz des Landesbetriebes Wald und Holz und der Stadt Meschede.

Die im Projekt vorgesehenen Maßnahmen gliedern sich in wasserbauliche und waldbauliche Arbeiten.

Zahlreiche Bachabschnitte wurden in der Vergangenheit begradigt, an den Auenrand gelegt und befestigt, mit der Folge, dass sich die Sohle eingetieft hat. Um die Bäche wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen waren umfangreiche Gewässerrenaturierungen nötig. Sie beinhalten Laufverlängerungen unter Beachtung naturnaher Gewässerprofile, Aktivierung von Altläufen, Herausnahme von Uferbefestigungen, Einbringen von Totholz, Beseitigen von Wanderhindernissen und Verschließen von Entwässerungsgräben. Auf insgesamt 9,5 km Fließgewässerstrecke wurden die Bäche an acht Abschnitten renaturiert. An 10 Stellen wurde die Durchgängigkeit der Gewässer durch Umbau von Qerbauwerken oder durch Laufverlängerung wieder hergestellt. Im Zuge der Renaturierungen konnten viele weitere kleine Abstürze auf dem Grundgebirge, die infolge von Sohlerosion entstanden waren, aufgehoben werden.

Die Bachtäler wären unter naturnahen Bedingungen durch lichte, erlendominierte Laubwälder mit artenreichen Krautfluren geprägt, die auf die feuchten bis nassen Verhältnisse entlang der Bäche angewiesen sind. An den trockeneren Talrändern werden diese bachbegleitenden Erlen-Auwälder von Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder bzw. Hainsimsen-Buchenwälder abgelöst. Heute sind die Auen oft entwässert, durch einförmige Fichtenforste dunkel und artenarm. Dort wo noch Erlenbestände vorhanden sind, werden diese teilweise durch Fichten bedrängt und Fichtennaturverjüngung dunkelt den Waldboden unter ihnen so stark ab, dass andere Pflanzen kaum eine Möglichkeit haben, sich hier zu etablieren. Im Rahmen des Projektes sollen standortfremde Fichtenwälder umgewandelt und bedrängende Fichten und Fichtennaturverjüngung entfernt werden. Hierbei müssen auf den empfindlichen Auenstandorten teilweise besondere Methoden wie Vollbaumernte oder der Einsatz von Seilwinden angewandt werden. Die Neubegründung laubholzdominierter Auwälder wird durch Initialpflanzungen, Aussaat und natürliche Sukzession erreicht. Hierfür wird auch die Errichtung von Gattern zum Schutz der Jungbäume vor Wildverbiss unumgänglich sein.

Die Moorwälder im Projektgebiet sind durch Entwässerungsgräben in ihrem Wasserhaushalt gestört. Moore jedoch leben vom Wasser. Es ist die Basis des gesamten Lebensraumes, von dem die häufig hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten der Moore abhängig sind. Im Rahmen des LIFE-Projektes sollen, soweit möglich, die vorhandenen Entwässerungseinrichtungen verschlossen werden, um eine großflächige Wiedervernässung dieser wertvollen Lebensräume zu ermöglichen.

Im Laufe des Projektes werden auf verschiedenen Flächen Maßnahmen umgesetzt.

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