Laufformen
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Am Oberlauf der Großen Schmalenau.

 

Die natürliche Große Schmalenau windet sich durch das Tal. Sie „mäandriert“. Dieser Fachbegriff geht auf den griechischen Namen „Meandros“ zurück, den zwei Flüsse in Kleinasien tragen.

 

Abschnitt-GSchmalenau-naturnah_200x130pOberlauf der Großen Schmalenau nach der Reaktivierung eines ehemaligen naturnahen Laufes. (Foto J. Drüke)Mäander am Oberlauf der Großen Schmalenau. Der Windungsgrad beträgt hier 1,8. (Foto: J. Drüke)





       natürlich fließende Große Schmalenau

Vergleicht man damit einen begradigten Abschnitt der Großen Schmalenau, so wird der Unterschied deutlich.

Abschnitt-GSchmalenau-begradigt_200x130pDer Unterlauf der Großen Schmalenau vor der Renaturierung im Zuge des LIFE-Projektes. (Foto: J. Drüke)Begradigter Abschnitt im Oberlauf der Großen Schmalenau vor der Renaturierung im Zuge des LIFE-Projektes. (Foto: J. Drüke)

       begradigte Große Schmalenau

Könnte man die natürlich fließende, gewundene Große Schmalenau wie einen Faden strecken, so ergäbe sich dieses Ergebnis: Der natürliche Bach legt auf einem Talabschnitt fast die doppelte Strecke ("Lauflänge") zurück wie der begradigte Bach. Das Verhältnis zwischen der Lauflänge und der kürzesten denkbaren Verbindung im betrachteten Talabschnitt wird in der Flussmorphologie als Windungsgrad bezeichnet. Im Arnsberger Wald weisen die Bäche, die in ebenen Talauen fließen ("Talauebäche"), von Natur aus einen Windungsgrad von ungefähr 1,7 bis 1,8 auf. Die begradigten Bäche haben einen Windungsgrad von annähernd 1,0. Dieser Unterschied zwischen natürlichen Bächen und begradigten Bächen ist entscheidend

Nicht alle natürlichen Bäche und Flüsse, die sich seitlich verlagern könnten, mäandrieren, wie das die Bäche in den breiten Tälern des Arnsberger Waldes tun. Es gibt verschiedene Laufformen natürlicher Bäche und Flüsse. Als "Laufform" wird die Gestalt von Bächen  und Flüssen bezeichnet, wie sie sich in Landkarten darstellt, also in der Draufsicht.

Hier sind Beispiele natürlicher Laufformen:

Der Hornbach, Nebenfluss des Lechs,  in Tirol.Allier, Nebenfluss der Loire, bei Le Veurdre in Zentralfrankreich.Potentiell natürlicher Verlauf der Ruhr flussabwärts von Neheim-Hüsten, Nordrhein-Westfalen. Reaktivierter natürlicher Verlauf der Großen Schmalenau im Arnsberger Wald.Kerbtal der Hamecke, Nebenbach der Heve, im Arnsberger Wald.e 800p mit Unterschrift

 Laufform-verflochten mit Unterschrift 100p-breit bLaufform-gestreckt-nebengerinnereich mit Unterschrift 100p-breit bLaufform-gewunden-nebengerinnereich mit Unterschrift 100p-breit bLaufform-maeandrierend mit Unterschrift 100p-breit cLaufform-gestreckt mit Unterschrift 100p-breit b

Es muss also bestimmte Ursachen haben, dass kleinste Bäche bis hin zu riesigen Flüssen mäandrieren, wohingegen andere dies nicht tun. Es hat mit den Kräften zu tun, einerseits des strömenden Wassers, andererseits des Widerstands, den Boden, Talschotter und Vegetation dagegen setzen.

Nimmt man Flüssen, die von Natur aus Schotter und Sand transportieren, dieses sog. Geschiebe z.B. durch den Bau von Talsperren weg, so verändern sie ihre Gestalt. Verflochten verlaufende alpine Flüsse zum Beispiel werden zu gewundenen, sich eintiefenden Einbettgerinnen.

Die Laufformen von Flüssen können auch durch die Geologie und die Talform erzwungen sein. Dann haben Flüsse nicht die Möglichkeit, ihr Potential an Laufformen auszubilden.

Während große Flüsse nur bei sehr niedrigem Talgefälle mäandrieren, tun sehr kleine Bäche dies auch in recht steilen Tälern. Bei ihnen setzen der bindige Auelehm, die Talschotter und die Vegetation den vergleichsweise geringen Strömungskräften viel Widerstand entgegen. Schöne Beispiele hierfür gibt es im Gebiet des LIFE-Projektes an der Rissmecke, an der Lüttmecke, an der Kleinen Schmalenau und am Oberlauf der Großen Schmalenau. Dort sind wunderschöne Mäander ausgebildet bei einem Talgefälle von bis zu 2,5 %.

Am Oberlauf der Kleinen Schmalenau.Am Oberlauf der Großen Schmalenau.

 

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